Wildes Indo­ne­sien (3)

Wildes Indo­ne­sien (3)

Java besteht aus einer wilden, vulka­ni­schen Land­schaft, die alljähr­lich vom Monsun heim­ge­sucht wird. Die extremen Regen­fälle haben ein unver­gleich­li­ches Para­dies geformt und die Evolu­tion dazu ange­trieben, eine reiche Viel­falt an Lebe­wesen zu schaffen. “Wildes Indo­ne­sien” stellt den einzig­ar­tigen Mix der hier behei­ma­teten Krea­turen vor und scheut dabei auch nicht vor der Begeg­nung mit Drachen zurück.

Wildes Indo­ne­sien (2)

Wildes Indo­ne­sien (2)

Borneo ist die dritt­größte Insel der Erde. Doch Sumatra ist auch kein Zwerg. Beide Inseln wurden zum Ende der Eiszeit vor 12.000 Jahren durch den stei­genden Meeres­spiegel vom Indo­ne­si­schen Fest­land abge­trennt. Auch große Tiere wurden dadurch von ihren Verwandten isoliert. Dementspre­chend entwi­ckelten sie sich der Lebens­be­din­gungen wegen auf verschie­dene Arten. 

Wildes Indo­ne­sien (1)

Wildes Indo­ne­sien (1)

Die Land­schaften im Osten Neugui­neas ist vom Feuer der Vulkane geformt und blieb tausende von Jahren vom Menschen unbe­rührt, so dass sich verschie­denste Lebe­wesen unge­stört entwi­ckeln konnten. Viele Arten sind bis heute noch nicht entdeckt worden. “Wildes Indo­ne­sien” erkundet diesen einzig­ar­tigen Lebens­raum und porträ­tiert die bizarren Bewohner, die es geschafft haben, sich an die Bedin­gungen in dieser Umge­bung anzupassen.

Batikap: Ein Para­dies im Paradies

Batikap: Ein Para­dies im Paradies

Wir bei BOS sind einfach vernarrt in Orang-Utans! Wir lieben alles an diesen starken, intel­li­genten, anmu­tigen und einzig­ar­tigen Wesen. Orang-Utans sind für die Wälder, in denen sie leben, von entschei­dender Bedeu­tung. Sie tragen entschei­dend zur Gesund­erhal­tung ihrer tropi­schen Ökosys­teme bei.

Ohne Zweifel sind Orang-Utans ein wich­tiger Teil der Regen­wald­land­schaft auf Borneo. Neben ihnen haben aber auch tausende anderer Tier- und Pflan­zen­arten eine wich­tige Funk­tion. Und auf dem Auswil­de­rungs­areal von Bukit Batikap passiert viel mehr als nur Orang-Utan-Sichtungen!

Unser Beob­ach­tungs­team im Camp von Totat Jalu hat kürz­lich Daten über die Viel­falt der Fauna und Flora im Bukit Batikap-Schutz­wald erhoben und dabei einzig­ar­tiges erlebt: 

Schon um 5 Uhr beginnt unser Doku­men­ta­ti­onstag. Zu dieser Zeit stimmen der weiß­bär­tige Gibbon und sein Nach­wuchs, der in den Bäumen neben dem Lager lebt, ihre morgend­li­chen Duette an. Das Erwa­chen zu einem Gibbon-Song ist ein unver­gess­li­ches Erlebnis – besser als jeder Wecker! Diese außer­ge­wöhn­li­chen Affen sind oft zu hören, aber selten zu sehen, da sie sich flink durch die Baum­kronen bewegen und mit ihren außer­ge­wöhn­lich langen Armen weite Sprünge machen.

Borneo Gibbon, direkt hinter dem Lager entdeckt

Fast jeden Tag tänzeln Lang­schwanz­ma­kaken oder rote Äffchen durch die Bäume vor dem Lager. Wenn wir Glück haben, zeigt sich ein Roter Blattaffe am Lager, um seine Lieb­lings­blätter zu knab­bern. Nach solch einer kosten­losen Show kann ein anstren­gender Tag, voll mit Tracking und Beob­ach­tung unserer Orang-Utans, beginnen.

Roter Blattaffe, neben dem Lager essend

In kleinen Booten, die vom Lager aus den Fluss hinun­ter­fahren, geht es auf die Suche nach den ausge­wil­derten Menschen­affen. Auf dem Weg begegnen uns immer wieder Tiere: zu Lande, in der Luft und auch im Wasser. Der Fluss ist voller verschie­dener Fisch­arten, vor allem aber einer Welsart, die größer werden kann als ein ausge­wach­sener Mann! Im Joloi River stoßen wir auf solch einen Riesen­wels, nicht lange nach unserer Routinepatrouille.

Riesen­wels

An den Fluss­ufern kann man Repti­lien finden, die sich an schönen Tagen sonnen. Norma­ler­weise kann das Team Wasser­wächter entde­cken. Mit etwas Glück sind sogar Schlangen am Boden zu sehen. Königs­ko­bras aller­dings beob­achten wir lieber aus der Sicher­heit eines Bootes aus, anstatt über sie während einer Trek­king­tour zu stolpern!

Gemeiner Wasser­wächter

Die Tiere, die am Tag der Daten­er­he­bung zu sehen waren, reprä­sen­tieren nur eine Hand­voll derer, die wir regel­mäßig rund um das Lager und entlang des Flusses sichten. Es gibt noch unzäh­lige andere im Bukit Batikap-Schutz­wald zu entde­cken! Eine unschätz­bare Arten­viel­falt, die es unbe­dingt zu erhalten gilt.

 

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Will­kommen, kleine Greta!

Will­kommen, kleine Greta!

Update: Vielen Dank für die vielen Namens­vor­schläge für unseren neuen kleinen Schütz­ling. Die Jury der BOS Foun­da­tion hat sich nun entschieden. Greta soll die kleine kleine Lady heißen — eine Hommage an die schwe­di­sche Klima­ak­ti­vistin Greta Thunberg.

Sie ist unser neuester Schütz­ling – das kleine Orang-Utan-Baby, das wir vor einigen Tagen in der Nähe eines Dorfes gerettet haben. Mutterlos irrte sie umher. Eine weitere Waise, um die wir uns nun liebe­voll kümmern.

Wir schätzen ihr Alter auf fünf bis sechs Monate. Sie bringt nur 2,6 Kilo auf die Waage. An der rechten Hand hat sie eine Narbe. Wir vermuten, dass ihr Arm gebro­chen war.

Noch kann die Kleine nicht klettern
 

In den ersten Tagen hat sie nur geweint. Kein Wunder nach den erlebten Trau­mata: Die Mutter verloren, allein in der Wildnis, dann die lange Reise ins Rettungs­zen­trum Nyaru Menteng…

Ohne Mutter gefunden
 

Inzwi­schen geht es ihr täglich besser. Auch wenn sie noch nicht klet­tern kann, wird sie immer aktiver. Feste Nahrung ist noch nichts für sie, aber das Fläsch­chen, das die Baby­sitter ihr anbieten, nimmt sie gern. 

Die Babysitterinnen kümmern sich liebevoll
 

Noch lebt sie in unserer Quaran­tä­ne­sta­tion, wo unsere Mitar­beiter sie rund um die Uhr versorgen und gründ­lich untersuchen.

Wer schenkt mir einen Namen?
 
Sie wiegt nur 2,6 Kilo
 

Als Förder­mit­glied können Sie unsere Arbeit regel­mäßig unter­stützen. Vielen Dank für Ihre Hilfe!

Drei Damen im Wald

Drei Damen im Wald

Im August des Jahres 2016 konnten wir erst­mals Orang-Utans in unser damals neues Schutz­ge­biet auswil­dern – den Bukit Baka Bukit Raya Natio­nal­park (BBBRN) in Zentral-Kali­mantan. Die drei Weib­chen Dara, Awa und Ewa gehörten zu den ersten neuen Sied­lern. Bei Routi­ne­pa­trouillen entdeckte unser Post-Release-Moni­to­ring-Team die drei Damen in ihrer inzwi­schen sehr vertrauten neuen Heimat.

Eine 15-minü­tige Boots­fahrt und einen zwei­stün­digen Fußmarsch vom Camp Lewun Kahio entfernt, traf unser Beob­ach­tungs­team auf Dara. Die 16 Jahre alte Orang-Utan-Dame genoss hoch oben in den Baum­kronen leckere Früchte und nahm unsere Anwe­sen­heit kaum wahr. Sie zog unbe­ein­druckt von Baum zu Baum und sammelte jede Menge Futter wie Rattan-Sprossen und Ficus-Früchte. Leider musste unser Team die Beob­ach­tung bald abbre­chen, als ein plötz­li­cher starker Regen einsetzte und die Batte­rien unserer Ortungs­ge­räte nachließen. 

 

Dara
Dara

 

Ein anderes Beob­ach­tungs­team war am glei­chen Tag dem Orang-Utan-Weib­chen Ewa (10) auf den Fersen. Ewa wurde 2016 gemeinsam mit ihrer Mutter Awa ausge­wil­dert. Kurz nach ihrer Auswil­de­rung verließ die damals acht­jäh­rige Ewa ihre Mutter, um allein und unab­hängig den Regen­wald zu erkunden. Fast zwei­ein­halb Jahre nach ihrer Auswil­de­rung konnten wir Ewa in einem guten Gesund­heits­zu­stand antreffen. Sie nahm große Mengen Nahrung zu sich und bewegte sich sicher und überaus aktiv durch den Regen­wald. Unser Team konnte erleben, wie sie mit den eben­falls 2016 ausge­wil­derten Weib­chen Susi (17) und Sincan (18) spielte und Zeit verbrachte. Als die Dunkel­heit herein­brach, verließ Ewa die beiden, um sich ein Nest für die Nacht zu bauen. Susi und Sincan taten es ihr wenig später gleich.

Ewa
Ewa

Das Glück, im riesigen Urwald auf unsere Orang-Utans zu treffen, blieb uns gewogen. Nur wenige Tage später traf das Post-Release-Moni­to­ring-Team auch auf Ewas Mutter Awa (20). Awa hatten wir schon länger nicht mehr gesehen. Umso mehr nutzte unser Team das Zusam­men­treffen für ausgie­bige Beob­ach­tungen. Zusammen mit der Orang-Utan-Dame Gurita (16) verspeiste sie eine große Menge Feigen. Ihr Mahl unter­brach Awa gele­gent­lich, um sich zu versi­chern, dass sich kein Stören­fried näherte. Nachdem Awa sich am Abend in ihrem Nest zur Ruhe legte, machte sich ein zufrie­denes Beob­ach­tungs­team auf den Weg zurück ins Camp.
 

Awa
Awa

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